Manuela V/ Februar 10, 2021/ Allgemein

Bevor ihr weiterlest, muss ich euch darauf hinweisen, dass dieser Artikel zum Thema “Trauer bei Kindern” unbezahlte Werbung enthält, weil ich Namen nenne und Links setze. Irgendwie bescheuert, findet ihr nicht? Da darf ich euch nicht mal großartige Kollegen empfehlen, ohne es als Werbung zu kennzeichnen. Also gut, Pflicht erledigt, kommen wir zum angenehmen Teil!

Trauer bei Kindern – das ist ein Thema, vor dem viele Eltern Angst haben. Wie gehe ich damit um? Wie trauern Kinder? Und wie können wir sie dabei unterstützen?

Um diese Fragen beantworten zu können, sollten wir uns erstmal anschauen, wie Trauer bei Kindern überhaupt aussieht. Denn das ist doch ganz anders als bei Erwachsenen.

Trauer bei Kindern – wie die Kleinen mit dem Tod umgehen

Erst im Grundschulalter fangen Kinder an zu begreifen, dass der Tod etwas Endgültiges hat und jeder Mensch sterben wird. Aber auch vorher fühlen sie Trennungsschmerz und setzen sich mit dem Thema auf ihre Art auseinander.

Während wir Erwachsenen von der Trauer wie von einem Tsunami überrollt werden, lassen sich die Emotionen von Kindern mit klassischem Wellengang vergleichen. Sie kommen und gehen, mal heftiger, mal kaum wahrnehmbar. Kinder können in der einen Minute schluchzend die Oma vermissen und kurz darauf wieder lachend weiterspielen.

Und weil sie mit all diesen Gefühlen schwer umgehen können, äußert sich die Trauer bei Kindern oft über andere Kanäle. Sie kann sich durch Rückzug oder Schweigsamkeit genauso ausdrücken wie durch Aggressionen oder überschießenden Bewegungsdrang. Auch körperliche Symptome sind möglich: Schlafstörungen, Bauchschmerzen oder unerklärliche Ängste.

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Wie wir mit trauernden Kindern umgehen sollten

Ehrlich sein!

Kinder müssen sich in einer so schwierigen Situation immer sicher, wohl und geborgen fühlen. Das bedeutet aber nicht, dass die Erwachsenen sie anlügen oder Dinge beschönigen sollten.

Sprich mit deinem Kind und erkläre, was passiert ist – ehrlich und kindgerecht. Genauso solltest du auch auf Fragen antworten.

Offen und authentisch trauern!

Was uns Erwachsenen oft nicht bewusst sind: Wir können ganz früh schon die Weichen dafür stellen, wie unsere Kinder später mit Trauer und Sterben umgehen. Denn neben Ehrlichkeit brauchen Kinder vor allem ein gutes Vorbild. Deswegen ist es okay, Gefühle zu zeigen. Es ist sogar mehr als okay, es ist notwendig! Nur so lernen die Kinder, dass es vollkommen normal ist, offen zu weinen und traurig zu sein.

Wenn du merkst, dass dein Sohn oder deine Tochter irritiert ist von deinen Gefühlen, dann nimm dir Zeit und erkläre es. Sag, dass du traurig bist, weil Person XY nicht mehr da ist. Verstecke deine Tränen nicht! Das zeigt den Kleinen, dass auch Trauer bei Kindern okay ist. Wenn schon die Erwachsenen mit der Situation kämpfen, dann sind auch die eigenen Gefühle normal.

Auf die eigenen Worte achten

Kinder erfassen viel mehr, als wir denken. Sie verstehen vielleicht nicht immer alles. Aber sie bekommen vieles mit, das dann in den kleinen Köpfen arbeitet.

Deswegen sollte dieses Prinzip eigentlich nicht nur in Trauerzeiten gelten: Achte darauf, was du in Gegenwart deines Kindes besprichst! Sei aufmerksam, welche Gespräche deine Tochter oder dein Sohn mitbekommen könnte!

Denn auch, wenn du denkst, sie wären im Spiel versunken: Kinder hören so gut wie immer zu. Darum gehören “schwere” Themen nicht vor Kinderohren.

Die Kids reagieren vielleicht nicht sofort auf das Gehörte, aber es schwelt und reift in den Köpfen und kann sich durch pathologische Trauer bei Kindern äußern.

Zweideutige Sätze unbedingt vermeiden!

Es gibt ein paar typisch erwachsene Sätze, die wir gern benutzen, um die Tatsachen zu beschönigen. Dabei ist uns gar nicht bewusst, was wir mit ihnen eigentlich anrichten können.

“Oma ist eingeschlafen!” – klingt ja sehr friedlich. Was aber, wenn das Kind abends einschlafen soll? Wacht es dann auch nicht mehr auf? Muss es Angst haben vor der Nacht?

“Opa ist von uns gegangen!” – ja, und wohin? Wenn jemand irgendwo hingeht, müsste er ja eigentlich wiederkommen.

“Tante Inge war krank und kommt deswegen nicht wieder.” – heißt das, dass man stirbt, wenn man krank ist? Wenn ein Kind jetzt erkältet ist, muss es dann sterben?

“Onkel Udo ist im Himmel.” – dieser Satz kann natürlich trösten, wenn die Familie gläubig ist. Allerdings sorgt er auch manchmal für Verwirrung, weil der Onkel ja auch im Sarg sein soll oder später auf dem Friedhof. Eine entsprechende Erklärung kann hier helfen.

Kinder in die Trauerarbeit einbinden

Je offener, je aktiver du deine Kinder in die Trauerarbeit integrierst, desto selbstverständlicher wird für sie der Umgang mit dem Tod.

Das heißt: Sprich mit deinen Kindern. Ermuntere sie, ihre Gefühle auszudrücken.

Gestaltet gemeinsam den Abschied. Das können bemalte Steine sein oder selbst gemalte Bilder, die bei der Bestattung am Grab abgelegt werden oder auch eine Kerze am Esstisch.

Abläufe wie die Beerdigung solltest du am besten vorher mit den Kindern besprechen. Was passiert da? Wer ist alles da? Warum wird das alles gemacht?

Die vielen Menschen, die Tränen und das, was auf dem Friedhof vor sich geht – harter Tobak. Kinder sollten auf jeden Fall verstehen und wissen, was da vor sich geht.

Hilfe annehmen!

Ihr seid nicht allein! Wenn du merkst, dass dein Kind mit der Trauer überfordert ist oder sich unkontrollierbar verhält, kann ein Kinderpsychologe die richtige Wahl sein.

Wenn euch der Alltag als Familie überfordert, können Trauercafes oder auch ein Trauerbegleiter die richtige Unterstützung bieten.

Holt euch die Hilfe, die euch gut tut. Oft sind es die Hospizvereine, die entsprechende Angebote haben. In Straubing und Regensburg zum Beispiel gibt es spezielle Begleitungen für trauernde Kinder.

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Angebote für das Thema Trauer bei Kindern

Bücher

Es gibt hunderte kindgerechte Bücher zum Thema Trauer und Tod. Hier zeige ich dir drei meiner liebsten Favoriten.

Weil du mir so fehlst (Ayse Bosse & Andreas Klammt. Carlsen Verlag)
Ein zauberhaftes Buch fürs Abschiednehmen, Vermissen und Erinnern für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren.

Leb wohl, lieber Dachs (Susan Varley, Annette Betz Verlag)
Ein Buch für Kinder ab 4 Jahren, das eindrücklich zeigt, dass Erinnerungen ein großer Schatz sein können

Geht Sterben wieder vorbei? (Mechthild Schroeter-Rupieper, Imke Sönnichsen, Gabriel Verlag)
Ein illustriertes Sachbuch für Kinder ab 5 Jahren, das sich mit den wichtigsten Fragen rund um Tod und Trauer beschäftigt

Online-Angebote

Trauerchat für Jugendliche und junge Erwachsene

Online-Beratungsstelle für Jugendliche & junge Erwachsene

Anlaufstelle für trauernde Geschwister

Hilfe für Kinder krebskranker Eltern

Trauerredner Regensburg Cham Straubing Deggendorf Dingolfing

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel zum Thema Trauer bei Kindern helfen konnte. Schreib mir, wenn du noch Fragen hast!

Deine Manu von Dunkelbunt und Hellschwarz – Trauerrednerin für Straubing, Regensburg, Cham, Deggendorf und Dingolfing.